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Mittwoch, 19. Dezember 2012

was ich weiß?

ich weiß dass du hier nicht liest.
und ich weiß, dass du mich nicht liebst.

und ich weiß, dass es bald vorbei ist.

und ich will dieses leben längst nicht mehr.

Dienstag, 20. November 2012

erinnerungen. "füll mich aus."

du hast so viel gesagt, woran ich mich nicht zu erinnern wage, aus angst zu realisieren, dass nie irgendetwas davon in erfüllung gehen wird.
und dennoch denken sich ebendiese gedanken von selbst zuende und ich sehe hilflos meinem herzen beim stillstand zu.

zerreiß mich nicht, ich geh schon von selbst in scherben.

Montag, 19. November 2012

kalt.

niemand bringt mich schneller zu tränen. niemandes worte verletzen mehr. 
ich hab noch nie so sehr nicht geglaubt.

du bringst mich in die schlimmste verzweiflung. seit so langer zeit habe ich wieder das dringendste bedürfnis, mir weh zu tun, mir wird nacht für nacht bewusster, wie nah ich eigentlich am selbstmord bin. dass nicht irgendwelche depressionen das problem sind, dass das der grund ist, warum meine medikamente nur phasenweise etwas bringen. ich merke, dass das wirkliche problem, der grund für meine unfähgkeit irgendetwas zu tun, für meine angst und ohnmacht dem leben gegenüber mein emotional völlig desolater zustand ist. 
und da kommst du ins spiel. nach zwei jahren nähe, die ich so noch nie jemandem gegenüber zulassen konnte, ist nichts passiert. zwei jahre, in denen ich dir alles gegeben habe, und dennoch habe ich angst vor dir, kann mich nicht fallen lassen, kann nicht glauben, dass sich jemals etwas ändern wird. und habe gleichzeitig völlig überhöhte anforderungen an dich. und mit jedem in meinem paranoiden verstand falschem wort verrätst du mich.
ich fühle mich verraten. 
obwohl niemand  vor dir auf diese weise da war wie du.
niemand hat mich so sehr beschützt.
niemand ist nachts zu mir gefahren, weil es mir schlecht ging.
niemand hat so lange grausame gespräche über sich ergehen lassen. 
niemand sagt mir, wenn ich mich am meisten hasse, dass er mich mag.
trotzdem. mit jedem schweigen, jedem vertrösten, jedem abweisen fühle ich mich verraten.
 
und jedes mal, wenn einer dieser krassen teile in meinem kopf durchbricht, kann ich nichts mehr verstehen. wenn du nächtelang mit meinem kopf streitest und ich einfach nur daneben sitze und mir alles anhöre, was irgendwie unmöglich von mir kommen kann, obwohl es das offensichtlich  tut, möche ich mir schnellstmöglich ein ende setzen, weil das alles mir einfach schreckliche angst macht.
auch die wenigen momente, in denen ich gesagt habe, dass ich dich liebe, auch das ist ein teil in meinem kopf, der einfach nicht immer da ist. und weil ich fürchte, dass ich nie ein normales emotionales leben führen werde, will ich so oft einfach ganz darauf verzichten.

in solchen nächten, in denen ich einfach auf schlaf verzichte, weil ich mich nicht fähig fühle, aufzustehen und ins bett zu gehen, denke ich nicht darüber nach. ich denke eigentlich gar nicht darüber nach. es tut nur einfach immer weh. körperlich weh. 
ich hoffe so oft, dass du mich loslässt, damit ich gehen kann. ich hoffe so sehr, dass es dir irgendwann zu viel wird, dass du keine nerven, keine kapazitäten mehr für mich übrig hast, und ich dann diesen einen schritt noch gehen kann, an dem mich nur deine arme hindern. damit ich mich nicht mehr mit mir quälen muss. 
 
vielleicht ich hoffe einfach nur so sehr auf den moment in dem mir bewusst wird, dass ich keine angst haben muss, dass alles gut wird, dass du nicht weggehst, dass mein kopf aufhört mich zu ficken und dass ich irgendwann ganz normal leben kann. nur ist das leider nicht möglich. es wird jahre dauern, vielleicht nicht nur therapie. vielleicht nicht nur ambulant. vielleicht mit medikamenten.
ich will das nicht.
und ich glaube dir einfach nicht, dass du sojemanden willst.

dafür zerstörst du einfach viel zu systematisch jeden moment, in dem ich kurz das gefühl habe, etwas zu bedeuten.


 
 
 

 

Samstag, 17. November 2012

stay together, a

trost fremder worte.

ich hoffe, dass die zeit mich heilt.
dass ich nicht zerfalle.
dass ich einst ein leben mit dir teilen kann.

und nicht mein sterben.

Freitag, 16. November 2012

du bist mein messer.

dein leben mein wahn.
deine abwesenheit mein strick.
deine worte schrot in meinem kopf.
 
nachts möchte ich allem ein ende setzen.
jede nacht aufs neue bringe ich mich um.

bis zur perfektion.
bis zur verdammten perfektion.

und wir werden sehn, was wir nie hätten haben können.



Mittwoch, 14. November 2012

nur ein paar worte.

und dann, nachdem ich so grausame nächte durchstanden habe, allein, ohne mir etwas anzutun, jetzt, wo ich schon wirklich stolz war, dass es nun auch ohne dich schon etwas besser wird, kommt heute nacht eine ganz einfache, kleine nachricht, und zack, zauberst du mir ein lächeln ins gesicht, für das ich gern vor dir weglaufen und mich in stücke hacken würde.

Mittwoch, 7. November 2012

dein versprechen muss stärker sein, als dein wille.

wie immer melde ich mich sehr lange nicht.

in letzter zeit ist wirklich erschreckend wenig passiert: ich sitze nur in  meiner wohnung und schaffe es nicht das haus zu verlassen, etwas zu kochen, einzukaufen, aufzuräumen, mir arbeit zu suchen oder freunde.

außerdem kämpfe ich so unglaublich gegen mich, wie lang nicht mehr, und es erfordert all meine kraft. ich kämpfe um mich, um mein leben, gegen meinen kopf, um irgendeinen sinn, um ihn, gegen ihn...
heute nacht wurden mir versprechen abgerungen: meine tabletten zu nehmen. zu vertrauen. zu kämpfen - um ihn und gegen den kopf. ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. absolute unmöglichkeit.
ich breche uns unter den fingern weg und wenn da nicht sein arm wäre. als ich neulich dachte, er wäre fort, war es so knapp vor schluss wie seit jahren nicht mehr.

doch er würde niemals gehen, solange ich allein nicht kann, nicht nur des versprechens wegen, er wird bleiben bis ich irgendwann gehe. und seine worte von heute nacht, "und du bist das schlachtfeld, a.", mischen sich mit den worten nachts, am wasser... er liebte mich nicht, könne mir nicht geben, was ich suche, und all das verschwimmt in meinem kopf mit der zeit mit einem menschen, der bis zuletzt um mich gekämpft hat, um mein vertrauen und der gesagt hat, ich sei perfekt, so wie ich bin.

warum ich nicht bei diesem bleibe, fragst du mich. ob ich mich nicht ein klein wenig in ihn verliebt hätte. und ich sage nein. warum weiß ich nicht.
es gibt keine andere option. es gibt einfach nur dich. auch wenn du mich unglücklicher machst, als jeder vor dir. auch wenn du nie das empfinden wirst, was ich für dich empfinden könnte. auch wenn dieser andere mir so schöne monate beschert hat. so unkompliziert und leicht und banal war das alles.
auch, wenn daraus eine schöne beziehung hätte werden können. und ich neben dir immer nur das blonde püppchen in heels, kleinem kleid und mit toll künstlerisch klingender zukunft sein werde. und neben ihm eine intelligente, intellektuelle, starke und respektable junge frau bin.
und dennoch. wenn es gift wäre, würde ich es für dich trinken.

Samstag, 28. April 2012

fickdichdumistkerlichhassedichmenschichhassedichwirklichvergisseseinfachvergissesesistausmitunsausundvorbei.

Mittwoch, 25. April 2012

if you just could let me be.

die liebe ist nicht sinnlos, deswegen soll man in sachen liebe nicht sinnlos handeln.

?

mensch junge, du bist so bescheuert.

Sonntag, 22. April 2012

Samstag, 21. April 2012

you trust me?

antworte mir.

ein ja unter tränen.
ich ertrinke.

you take my love, laughter and leave only sorrow.

fühl dich gekuschelt. fühl dich mal umarmt kleine, ja? ich hab dich lieb, küsschen. pass auf deinen kopf auf, wunderschönen abend noch. pass auf deinen kopf auf, kleine. gute nacht. pass auf dich auf, kleine.

und ich werde diese verfluchten sechshundert kilometer auf mich nehmen, um nicht allein zu sein.
und ich werde dir heut mal die wahrheiten über alles mögliche sagen, angefangen bei den anderen, über uns, die drei worte und was du anrichtest, bis hin zu meiner antipathie.

kuss,
(d)ein mädchen.

Freitag, 20. April 2012

never was a cornflake girl.

warum kannst eigentlich ausgerechnet du dir alles erlauben, und ich bin immernoch nicht weg?

Mittwoch, 18. April 2012

ich passe.

"ich liebe dich.
aber auf so eine andere weise."

du machst fehler. du bist nicht vorsichtig genug, und ich werde von hier verschwinden, schneller als du meinen namen sagen kannst.

Montag, 9. April 2012

31. März


ich bin müde, so unglaublich müde. des wartens müde. vom leben müde. von dir müde. es ist wirklich gut für mich, dass du weg bist; seit dem letzten „zwischenfall“ war die zeit hier, mit dir hier, mit euch hier, eine sehr schwere zeit. und auch wenn mir das herz blutet, auch wenn ich weine, zittere, nicht schlafen und nicht essen kann, auch wenn ich panische angst habe, jetzt wo du weg bist: wenn ich dich nur gehen lasse, wird es besser als vorher. viel besser. denn. ich muss jetzt nicht mehr stunden damit zubringen, einfach nur zu warten, auf dich, eine sms, eine nachricht, einen anruf, ständig warten auf dich. jetzt kann ich dinge tun, schöne dinge, für mich allein, wegen mir und ohne dich. weil ich weiß, dass ich in wenigen monaten schon nur einen winzigen stich im herzen spüren werde, wenn du dich wieder nicht, wieder nicht gemeldet hast. weil ich mich in einigen monaten schon auf dich freuen kann. und weil da so viele dinge sind, die wir besser machen wollten, und werden. weil ich meine fortschritte jetzt auch selbst sehen kann. weil ich wirklich welche mache.
jetzt gerade ist alles aber noch schrecklich und schmerzhaft und der gedanke, dass du eventuell nicht zu mir zurückkehrst, zerfrisst mich.
und bei dem gedanken an alles was du gesagt und getan hast, in all den wunderbaren stunden, bei dem gedanken an unsere stunden, wird mir schlecht. weil ich es immernoch nicht fassen kann und angst habe, es zu verlieren.
„lass ihn gehn“ wird der satz des monats. noch vor „ich hab stoppeln“ und „das sieht scheiße aus“. ich denke den halben tag „lass ihn gehn“, wer nicht geht, kommt nicht wieder.
ich werd wahnsinnig.

Freitag, 6. April 2012

das letzte desaster, teil III.

17. märz.
 

und jetzt, am morgen danach.
gestern, als ich wieder zuhause war, da dachte ich, ich hatte recht, denn wenn du mich mit austauschbarkeit, vor der ich am meiste angst habe, strafst, für etwas, das ich nicht beeinflussen kann, bist du mich nicht wert. jetzt denke ich eigentlich das gleiche. aber ich sehe klarer: ich habe einen moment der nähe zwischen uns vollkommen kaputtgemacht. von dem wirklich wunderschönen abend vorgestern ist nichts übrig geblieben. aber du. du hast dir gestern mit aller gewalt, im wahrsten sinne des wortes, den abend wiedergeholt. beziehungsweise mir das geballt zurückgegeben, was ich dir an den kopf geworfen habe. mir gezeigt, dass ich jede beliebige andere sein kann.
dieses gefühl hatte ich bei dir schon einige male, immer hast du gesagt, dass ich etwas „anderes“ bin. aber jetzt; wie oft habe ich dir eine lüge geglaubt? wie oft war ich einfach nur ein mädchen? verfügbar?
du hast gestern alles was auf „du bist etwas besonderes“ basiert hat, darauf, dass ich nicht nur irgendein körper bin, alles, was auf irgendeinem gefühl der zuneigung und sympathie beruht hat, zerstört. jemand der mich einmal benutzt, bekommt mich nicht wieder zu gesicht; im moment finde ich dich einfach nur ekelhaft.
aber es tut mir nicht weh, es ist nur eine weitere bekräftigung der entscheidung gegen dich. auch wenn ich gestern sagte, ich würde es versuchen, es war keine entscheidung für dich, sondern für mein glück. für momente, die mich glücklich machen. und auch wenn ich sagte, ich hätte dich gern, das zeigt nur, dass die wut in mir verebbt ist und ich dich in kauf nehme für die momente, in denen wir alles für einander sind.
ich muss dich nicht mögen dafür, nur ertragen. für das hädchenhalten unterm tisch und in deiner manteltasche, für den kuss, wenn wir allein kaffeetrinken oder wenn niemand hinguckt, für das kuscheln im wohnzimmer vor deinen eltern, für kaminabende, die zu kaminnächten werden, die dann im auto enden, für „ich hab dich gern, kleine“ und für das lachen, das so oft dabei ist, für spontane abende im café, für den zwang und die freiheit, die er beinhalten kann. für all das muss ich dich nur ertragen.

und doch, ich mag dich irgendwie; immerhin schreibe ich mir mehrere seiten lang meine sorgen aus dem kopf, anstatt einfach »mistkerl. next.« auf ein plakat zu schreiben und mir übers bett zu hängen.

wir werden sehen.
und jetzt werde ich schön frühstücken, joggen, duschen und mir ein kleid anziehen und wundervoll sein.

das letzte desaster, teil II.

16. märz


und tatsächlich – du drückst mich weg, im nächsten augenblick aber deine nachricht: „gleich. bist du zuhause?“ – „ja. warum?“
und jetzt schreibe ich mir das warten kürzer, dein gleich kann alles bedeuten, 30 sekunden, 30 minuten, 3 stunden. und ich würde jede dieser spannen warten, heute nacht, wenn das nur bedeutet, dass wir reden können, dass ich zurück kann zu dir, zu dem, was vor dem desaster war. denn zugegeben, vor mir selbst zugegeben, so schön hatten wir es noch nie, so gut funktionierend, glücklich, fraglos, zweisam, einfach, einfach so. momentan sind wir absolut einvernehmlich zu zweit, was passiert, wenn du weg bist ist klar, und doch; was im norden passiert, bleibt im norden, was hier in deinem unwissen geschieht, bleibt in deinem unwissen, und wenn du wiederkommst haben wir uns wieder, zwei freigeister, trotz allem mit kleinem besitzanspruch.
wenn es nur wieder gut wird. bitte.
du schreibst.

das letzte desaster, teil I.

15. märz

selbstverständlich musste noch etwas passieren, etwas schlimmes, kurz bevor er wieder heimfuhr.


es war eine überstürzte flucht nach vorne, über dich hinweg direkt in das loch, vor dem du eigentlich standest, um mich aufzufangen, falls ich ihm zu nahe kommen sollte. also falle ich jetzt, ich falle seit heute nacht, den ganzen tag; in der früh bei der morgenroutine, auf dem weg zur arbeit, in der arbeit, nach der arbeit, auf dem heimweg, jetzt.
angefangen hat es wie immer, wie ausnahmslos immer: mit einem wundervollen abend. mit zuneigung, mit ruhe, mit dem gegenseitigen auf- und ausziehen. nur dann, wenn du mir am nächsten bist, dann ist da plötzlich einsamkeit, und als ich dir sage, dass ich dich vermissen werde, obwohl da noch 2 wochen sind. da bricht alles ein. eine in dem moment logisch scheinende gedankenverkettung:
ich werde dich vermissen – ich hab dich gern – du bist mir nah – ich mag dich lieber, als gut ist – ich mag dich lieber, als du mich – es macht keinen sinn mit uns - du bist zu nah – du wirst mich verletzen – ich könnte dich gar nicht verletzen, weil ich zu unwichtig bin - lass uns das beenden – ich will dich nie wieder sehen -  ersetze mich nicht – such dir etwas besseres.
du sagst, ich verletzte dich, ich täte dir weh, ich zöge alles schöne, alles emotionale zwischen uns in den dreck, du sagst, du wölltest und könntest mich nicht ersetzen, du bräuchtest nichts anderes; ich werfe dir lügen vor, werfe dir dinge an den kopf, für die ich mich schon stunden später schäme, ich weine, ich ignoriere alles, deine hände, deine arme, deine küsse, alles was du mir noch gibst, obwohl ich so kalt bin.
und du sagst, du würdest an dich glauben, und an mich, an uns besser gesagt. an uns. mir. mit dir – ja. genau das ist der gegenstand einer furcht, die in mir heranwächst und von stunde zu stunde, von herzschlag zu herzschlag größer wird.
und ich gehe, ich gehe tatsächlich.
ich gehe unter tränen, ich schreibe dir, erst, dass es das war, wenig später, dass ich deine nähe bräuchte, selbst jetzt, wider willen. ich versuche dich anzurufen, ich bekomme angst. ich erkläre, dass ich mich vor einer sehnsucht nach dir zu schützen versuche und du hast mich schon: du meinst ich würde scheitern, ich wäre schon gescheitert daran. ich soll mich melden.
und ich gebe dir recht und ich möchte reden. und du weist mich ab, und ich verstehe es, aber meine angst frisst mich gerade von innen auf, ganz langsam und genüsslich kaut sie sich durch meine eingeweide. ich möchte mich übergeben.
du hast so recht, du hast immer die einzig wahren worte für alles. wie soll ich je liebe lernen, wenn ich zuneigung nicht kann? ich will es lernen, ich will es so sehr, aber wenn du plötzlich nicht in meinem kopf bist, sondern fast in meinem herzen, da möchte ich es doch wieder herausreißen und in den nächsten gulli werfen.
kleiner, du fehlst.




Donnerstag, 8. März 2012

gestern vergisst man nicht.

ich weiß nicht einmal so recht, was mich so gereizt hat.
es war mit sicherheit das unbekannte in deinem vorschlag, eine neue (gefühls)welt kennen zu lernen, mit dir.
dazu kam deine bitte, uns zu verschweigen, vor unserem besten freund; dieses schweigen, als wäre ich einfach irgendeine, als könntest du nicht dazu stehen, was seit so langer zeit zwischen uns passiert.
und fast schon, als würdest du mich in diesem grausamen gedanken bestätigen wollen sagst du etwas, das ich sofort falsch auffasse, und ich sehe schon, dass ich mich täuschte und du doch nur meinen körper willst, und das ding nimmt seinen lauf...
und ich fahre zu dir, um dich mit meiner größten gefühlskälte anzuschweigen, zu verletzen, um zu trotzen und irgendwann zu gehen; und als ich schon angezogen in der tür stehe, nur um zu hören "geh nicht", erst dann reden wir endlich, wir beginnen zu streiten, wir verlegen den streit in ein anderes stockwerk, um publikum zu vermeiden, und ich meide deine blicke und deine nähe.
und wir reden weiter, oder du redest weiter auf mich ein. drohend, mich verhöhnend, alles ins lächerliche ziehend, du versuchst dich zu mir durchzukämpfen, auf jede art und weise, die dir nur einfällt.

nein, natürlich hast du recht! natürlich war es besser, natürlich bedeutet der jetzige rückschritt nicht mein völliges versagen, natürlich hast du mir niemals schlecht getan, du öffnest mir nur die augen für unbequeme wahrheiten. natürlich lohnt sich jeder verdammte schritt für das kleine glück, das er mit sich bringt.

ich weiß, dass ich ein desaster bin, ich weiß, dass ich dich aufarbeite mit meiner art, ich behandle dich wie dreck, nur weil ich mich selbst wie dreck sehe und du mich vom boden aufhebst und als wertvoll betrachtest. und weil ich damit nicht umgehen kann ziehe ich eine mauer zwischen uns hoch, die jeden streit, jedes schlimme wort abhalten kann, eine mauer, die jedem krieg widerstehen kann. eine mauer aus stahl, eis und beton, die mich vor der wärme schützt; das eis in mir konserviert mich. ich habe angst zu zerfallen.
doch als du beginnst, worte der zuneigung auf diese mauer zu schicken;
du streichelst meinen kopf, drückst mich an dich, wiegst mich in deinem arm, wiederholst die worte mal für mal, wie ein mantra:
"hör auf zu weinen, ich lass dich nicht fallen, ich halt dich fest, ich bin da, ich gebe dich nicht auf, nicht kampflos, ich glaube an dich, du bist wertvoll, frage nicht nach dem grund, es gibt keinen, ich will dir helfen, einfach so, weil ich dich gern hab, hör auf zu weinen,..."
und das, diese worte. worte der zuneigung. diese worte kann meine mauer nicht ertragen, nicht abwehren, und sie sickern zu mir hindurch, und ich falle so tief, ich schäme mich. doch es gibt tage, die sind unbedeutend - der heutige ist keiner davon. ich breche meinen stolz, falle in deinen arm, klammere mich an dir fest, und als du flüsterst:
"siehst du, du hast mich gern, du kannst es zeigen, du kannst es erwidern..."

da möchte ich mich verstecken in einem loch und nie wieder herauskommen, und da möchte ich einfach für immer in deinem arm, meine hände in deinen, meine stirn an deiner, so möchte ich dann für immer bleiben und mich nie mehr dem alltag stellen.
du sagst, dass ich es schaffe, dass ich mich sehr zum guten verändert habe, dass du daran glaubst, dass ich da raus kann. dass der eine rückfall nicht schlimm ist.
und ich hänge um deinen hals, in deinem arm, ich weine mir innerlich die augen wund, damit du meinen kopf, meine haare loslässt, weil du meine tränen nicht mehr sehen willst, ich weine innerlich weiter, jetzt, weil mir so viel du zuteil wird, wie längst nicht mehr. und du hältst mich fest, du küsst mich, du verstehst, das ich alles zurücknehme, ohne dass ich es sage.

also sitzen, liegen, stehen wir im dunkeln, im kalten, auf dem boden, flüstern, halten, küssen uns und tatsächlich ist ein weiteres mal alles wieder gut geworden mit dir, bei dir, in meinem kopf. es ist spät.
und als ich gehe sagst du, ich hätte wunderschöne blaue augen. dabei sind sie grün und verweint.
und trotzdem, wenn ich einen blick auf mich erhaschen kann durch deine augen, bin ich wunderschön.