Freitag, 6. April 2012

das letzte desaster, teil III.

17. märz.
 

und jetzt, am morgen danach.
gestern, als ich wieder zuhause war, da dachte ich, ich hatte recht, denn wenn du mich mit austauschbarkeit, vor der ich am meiste angst habe, strafst, für etwas, das ich nicht beeinflussen kann, bist du mich nicht wert. jetzt denke ich eigentlich das gleiche. aber ich sehe klarer: ich habe einen moment der nähe zwischen uns vollkommen kaputtgemacht. von dem wirklich wunderschönen abend vorgestern ist nichts übrig geblieben. aber du. du hast dir gestern mit aller gewalt, im wahrsten sinne des wortes, den abend wiedergeholt. beziehungsweise mir das geballt zurückgegeben, was ich dir an den kopf geworfen habe. mir gezeigt, dass ich jede beliebige andere sein kann.
dieses gefühl hatte ich bei dir schon einige male, immer hast du gesagt, dass ich etwas „anderes“ bin. aber jetzt; wie oft habe ich dir eine lüge geglaubt? wie oft war ich einfach nur ein mädchen? verfügbar?
du hast gestern alles was auf „du bist etwas besonderes“ basiert hat, darauf, dass ich nicht nur irgendein körper bin, alles, was auf irgendeinem gefühl der zuneigung und sympathie beruht hat, zerstört. jemand der mich einmal benutzt, bekommt mich nicht wieder zu gesicht; im moment finde ich dich einfach nur ekelhaft.
aber es tut mir nicht weh, es ist nur eine weitere bekräftigung der entscheidung gegen dich. auch wenn ich gestern sagte, ich würde es versuchen, es war keine entscheidung für dich, sondern für mein glück. für momente, die mich glücklich machen. und auch wenn ich sagte, ich hätte dich gern, das zeigt nur, dass die wut in mir verebbt ist und ich dich in kauf nehme für die momente, in denen wir alles für einander sind.
ich muss dich nicht mögen dafür, nur ertragen. für das hädchenhalten unterm tisch und in deiner manteltasche, für den kuss, wenn wir allein kaffeetrinken oder wenn niemand hinguckt, für das kuscheln im wohnzimmer vor deinen eltern, für kaminabende, die zu kaminnächten werden, die dann im auto enden, für „ich hab dich gern, kleine“ und für das lachen, das so oft dabei ist, für spontane abende im café, für den zwang und die freiheit, die er beinhalten kann. für all das muss ich dich nur ertragen.

und doch, ich mag dich irgendwie; immerhin schreibe ich mir mehrere seiten lang meine sorgen aus dem kopf, anstatt einfach »mistkerl. next.« auf ein plakat zu schreiben und mir übers bett zu hängen.

wir werden sehen.
und jetzt werde ich schön frühstücken, joggen, duschen und mir ein kleid anziehen und wundervoll sein.

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