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Montag, 28. November 2011

went back, home again.

ich bin noch da.
und ich bin wieder da.

es hat sich irgendwie eine menge getan, und wenn das leben hier draußen funktioniert, brauche ich das schreiben nicht. zumindest muss man sich keine sorgen um mich machen, wenn es hier still wird;

während meiner langen abwesenheit habe ich unter anderem meine seit sehr langer zeit (oder bisher vielleicht überhaupt) längste stabile phase genossen. wirklich erstaunlich, aber es sind jetzt 2 oder 3 monate ohne anzeichen von baldigen tiefphasen vergangen. ich weiß nicht, ob das ein grund zum stolz sein ist, aber ich bin sehr zufrieden.
stolz bin ich allerdings aus einem anderen grund auch: erstens weiß ich ziemlich genau, wo ich hinmöchte, und zwar, was mein umfeld angeht, und zweitens widme ich meiner größten leidenschaft im moment wieder so viel zeit, wie sie verdient: ich lese wieder. nach alice im wunderland kam morbus kitahara von ransmayr (mein liebster zeitgenössischer deutscher) und jetzt freue ich mich auf den 2. teil von alice. ein sehr hoher stapel reclam und einige romane warten auch schon lang auf mich, dürften aber kein problem sein, denn ich langweile mich im studium so schlimm, dass ich, wenn ich auf dem weg zur uni feststelle, dass ich mein buch vergessen habe, nicht in die vorlesung gehe, sondern lieber in die mensa.
jura ist definitiv nichts, ich freue mich auf germanistik im nächsten wintersemester.

so. abwesenheit gerechtfertigt. ich könnte jetzt noch mehr erzählen, tu ich, wie könnte es hier auch anders sein, aber nicht, sondern freue mich, dass ihr mir so hübsch die treue gehalten habt und bedanke mich, in dem ich ab sofort wieder mehr energie hier reinstecken werde.

ich hab das so noch nicht gesagt, aber.
danke, ich mag euch.

Donnerstag, 4. November 2010

"trockne meine tränen mit zwei zeilen", sagte ich.

Viel zu lange
Hatte ich angst, von Ewigkeit und Wahrheit
Und Liebe zu träumen
Und jetzt stehe ich
In der Nacht, wie damals
Und der Himmel
Und die Sterne
Sind nicht weniger mein Heim
Als du.


du bist und bleibst ich mit mir; im regen und in den seitengassen.

Montag, 1. November 2010

goethe - prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöh'n!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen steh'n,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz' ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

Donnerstag, 28. Oktober 2010

danksagung.

In die Ferne schweift mein Blick. Die Weite schenkt mir Hoffnung und Trost, Ziellosigkeit und Leichtigkeit.
Doch noch werde ich hier verweilen. Noch werde ich die Blumen gießen, die überlebt haben; noch werde ich diesen Trümmern die Schönheit geben, die sie verdienen. Noch werde ich den Tagen gedenken, die ich so glücklich unglücklich lebte, noch werde ich ein Grabmal bauen für meine Träume, meine Wünsche, all das, was zersprang, ohne dass ich es merkte.

Die Aasgeier kommen.

Es ist eine seltsame Faszination, die das Kranke, Gebrochene, auf meinen Schatten wirft; eine seltsame Faszination, die mich in ihren Bann zieht, obgleich ich nie die verdorrten, gerissenen Zeugen des Herbstes zwischen den Seiten der Autoren, die ihr Leben damit vergeudeten, die Gedanken Vieler in Worte zu fassen, die so grausam aufzeigten, dass unser aller Schwächen doch letzten Endes der gleichen Quelle entspringen, getrocknet habe, obgleich ich nie davon zurückschreckte oder -trat, die ohne Hoffnung zu stärken... Entspringt dieser zehrende, füllende Bann etwa nur dem Drang, zu heilen, zu betrachten, sich danebenzulegen und eins werden mit dem Schmerz?

Suche ich nur einen Weg, meine Abgeschiedenheit, mein Versagen, mein Schicksal, meine Kunst zu rechtfertigen, suche ich nur nach einer rationalen Entschuldigung gegenüber mir selbst, wo ich mir doch schon längst vergeben zu haben glaubte?

Ein neuer Morgen bricht an. Der Sonnenaufgang ist ein guter Weggefährte. Ich werde wiederkehren.



immer und immer wieder.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

und solang ich hier, bin ist dennoch alles gut.

es ist passiert. zu schnell, wie ich finde, zu plötzlich und nicht ganz zum perfekten zeitpunkt. aber das ist immer so. ich werde das beste draus machen.
und ich glaube, er ist es wert. ich bin mir absolut sicher, dass er es wert ist.

ja. das herz mal wieder... ich bin glücklich verliebt.
und weil ich rilke liebe...


der tod der geliebten.
er wusste nur vom tod was alle wissen:
dass er uns nimmt und in das stumme stößt
als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,
nein, leis aus seinen augen ausgelöst,

hinüberglitt zu unbekannten schatten,
und als er fühlte, dass sie drüben nun
wie einen mond ihr mädchenlächeln hatten
und ihre weise wohlzutun:

da wurden ihm die toten so bekannt,
als wäre er durch sie mit einem jeden
ganz nah verwandt; er ließ die andern reden

und glaubte nicht und nannte jenes land
das gutgelegene, das immersüße - 
und tastete es ab für ihre füße.