Donnerstag, 28. Oktober 2010

danksagung.

In die Ferne schweift mein Blick. Die Weite schenkt mir Hoffnung und Trost, Ziellosigkeit und Leichtigkeit.
Doch noch werde ich hier verweilen. Noch werde ich die Blumen gießen, die überlebt haben; noch werde ich diesen Trümmern die Schönheit geben, die sie verdienen. Noch werde ich den Tagen gedenken, die ich so glücklich unglücklich lebte, noch werde ich ein Grabmal bauen für meine Träume, meine Wünsche, all das, was zersprang, ohne dass ich es merkte.

Die Aasgeier kommen.

Es ist eine seltsame Faszination, die das Kranke, Gebrochene, auf meinen Schatten wirft; eine seltsame Faszination, die mich in ihren Bann zieht, obgleich ich nie die verdorrten, gerissenen Zeugen des Herbstes zwischen den Seiten der Autoren, die ihr Leben damit vergeudeten, die Gedanken Vieler in Worte zu fassen, die so grausam aufzeigten, dass unser aller Schwächen doch letzten Endes der gleichen Quelle entspringen, getrocknet habe, obgleich ich nie davon zurückschreckte oder -trat, die ohne Hoffnung zu stärken... Entspringt dieser zehrende, füllende Bann etwa nur dem Drang, zu heilen, zu betrachten, sich danebenzulegen und eins werden mit dem Schmerz?

Suche ich nur einen Weg, meine Abgeschiedenheit, mein Versagen, mein Schicksal, meine Kunst zu rechtfertigen, suche ich nur nach einer rationalen Entschuldigung gegenüber mir selbst, wo ich mir doch schon längst vergeben zu haben glaubte?

Ein neuer Morgen bricht an. Der Sonnenaufgang ist ein guter Weggefährte. Ich werde wiederkehren.



immer und immer wieder.

2 Kommentare:

  1. Liest sich fast wie ein Stück von Baudelaire.

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  2. Viel zu lange
    Hatte ich angst, von Ewigkeit und Wahrheit
    Und Liebe zu träumen
    Und jetzt stehe ich
    In der Nacht, wie damals
    Und der Himmel
    Und die Sterne
    Sind nicht weniger mein Heim
    Als du.

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freu mich drüber :)