Dienstag, 28. Dezember 2010

geh. geh. sie mich an und erkenne, was mir fehlt. und dann geh.

"du bist zurück" sagst du. "ja. ich bin zurück. ich dachte, es ist genug." "genug." "ja. genug. genug der ziellosen reise." 

ich wünschte nichts als halt auf hoher see, doch alles was mir blieb, waren tränen auf alten narben und neuen wunden, nach jedem schiffsbruch. ich wünschte mir nichts als wärme und licht in nächtlichem sturm. und während sturzfluten aus dem schwarzen himmel brachen, an dem kein mond und kein stern schien, da hoffte ich nur auf wärme und licht.
und du kamst nicht, reichtest mir nicht die hand und führtest mich nicht hinaus. und so saß ich nächtelang in der einen ecke im raum, in der ecke, in der nun all meine dunklen stunden schlafen und nur warten, dass ein unvorsichtiger laut sie weckt, und sie mich ein weiteres mal fressen können, und ich saß nächtelang im kalten, schwarzen sturm bei tobender see in meinem kopf, und starb vor mich hin, mal für mal, und tausend tode später willst du, des lebens müde, nichteinmal mehr sterben.
jahre später, die sich zählen wie ein leben, wenig jahre später, da bin ich immernoch hier, im selben raum, in der selben ecke, und es sind die selben tränen auf den selben narben.

ich habe nie vergessen, wer ich bin, ich habe nie vergessen, wohin ich gehöre.
und ich frage mich, wo du bist, ich frage mich, warum du, der du den schnee ebenso gesehen hast, der du ebenso erkanntest, was wir sind, ich frage mich, warum du gehen musstest, ich will nicht wissen, was wäre, wenn, und dennoch fehlst du. ich hoffe, dass du leben kannst, dass du finden kannst, wonach du bei mir suchtest, und ebenso hoffe ich, dass du ein verkraftbarer verlust sein wirst.
ich werde nie vergessen können, wie der erste anflug von liebe in einem jahrelang zerschnittenen herzen sich anfühlt. und ich werde nie vergessen, dass liebe immer wieder schmerzlich überflüssig wird.

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