Mittwoch, 20. Oktober 2010

im glas.

ich stehe vor dem spiegel, sehe mich, sehe mir in die augen und hoffe, dass es niemand sieht. ich hoffe, dass niemand sieht, dass ich lache, wenn ich weine. dass ich nicht glücklich bin. und unglücklich werde. 
mein leben baut sich immer schrittweise auf, wird bunter, größer, schöner. einfach besser. und dann lasse ich zu, dass es zusammenstürzt. manchmal möchte ich nur in den arm genommen werden. wo sind diese wenigen, die das können? 

es schneit wieder. ich liege unter den sternen, hoffe so lange auf ihre gesichter, bis sie anfangen, sich zu verstecken. ich liege so lang unter den sternen, bis der boden unter mir ins wanken kommt, als wartete ich darauf, dass er das tut. weil ich weiß, dass er das tut. weil ich weiß, dass spiegel, alleinsein, zu viele gedanken nicht gut für meine welt sind. für diese seltsame welt die mehr aus türen besteht, als aus räumen hinter den türen. diese welt, die nur offene fenster kennt, die mich nicht gehen lassen werden.und während die türen sich öffnen und schließen, mir räume zeigen und wieder nehmen, währenddessen liege ich da und lasse es an mir vorbeiziehen, das leben.
und ich liege da, unter sternen auf bebendem boden und meine gläserne kugel, meine schneekugel, gerät ins wanken. und es wehen bilder um mich, fetzen von gedanken, bruchstückchen irgendwelcher emotionen, gefühle und ich kann nicht erkennen, nicht einmal erraten, was es ist, was passiert. 
ich denke das nichtmehr. es denkt mich.
ich bin nur klein und allein in meiner welt hinter glas und muss zusehen, wie sie wankt, fällt, zerbricht und um mich wirbelt; sie nimmt mir den schlaf,die hoffnung, die sicherheit. dieses treiben nimmt mir die liebe und die tränen. dieses treiben macht nicht neu. dieses treiben nimmt mir stetig freiheit in meinem kopf.
am morgen danach wache ich nicht in trümmern auf. nur in einer schneelandschaft. wie zugeschneit mit kaputtem ich ist alles. oder wie bedeckt von asche. und ich sitze hier, in der schneekugel und suche, suche mir die teile und fetzen wieder zusammen. baue auf. 
und wenn ich fertig bin, lege ich mich unter die sterne. und hoffe so lange auf ihre gesichter, bis sie anfangen, sich zu verstecken.

1 Kommentar:

  1. Seit Jahren habe ich keinen Schnee mehr gesehen. Respekt vor diesem Eintrag.

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freu mich drüber :)